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Berufliche (Weiter)Bildungspolitik: strategisch und proaktiv statt "Offensiven"​

„Corona Arbeitsstiftung“, „Corona-Joboffensive“ - Bundesregierung und Arbeitsmarktservice, Österreichs zentraler Gestalter beruflicher Aus- und Weiterbildung, reagieren auf den Einbruch am Arbeitsmarkt. Gut so! Eine Aus- und Weiterbildungsoffensive für die nächsten zwei Jahre wird ausgerufen und Angebote geschaffen. Aber mit dem Zusatz, dass nichts davon dauerhaft sein kann.

Foto: BFI OÖ

So wird das Dilemma deutlich. Wie schon mehrmals ist Finanzierung und Steuerung lebenslangen Lernens an Arbeitsmarktentwicklungen gekoppelt. Steigende Arbeitslosenzahlen heißt Bildungsinitiativen, sinkenden Zahlen folgen wenige Schulungen. Der Aufbau von Strukturen, die nachhaltige Entwicklung von Angeboten, eine Orientierung an strategischen Erfordernissen sind so nur schwer möglich.

Dabei lägen Anforderungen auf dem Tisch.

Die Zeit ist vorbei, in der eine Ausbildung ausreichend für ein erfolgreiches Berufsleben war. Transformation und Geschwindigkeit prägen unsere Arbeitswelten – auch wenn wir zurzeit manchmal in den lock down geschickt werden.

Praktische alle Berufsgruppen müssen IT-Grundkompetenzen und Daten-Handling verbessern. Für viele wird zudem Coding die neue „Fremd“Sprache. Es geht aber nicht nur um IT und Systeme, sondern um zutiefst menschliche Fähigkeiten: Ein Mindset, sich auf neue Welten einzulassen, sich angesichts der vielen Changes resilient zu verhalten und Veränderung als Normalität positiv zu leben und nicht nur zu überleben.

Das trifft auf Fachkräftebedarf in vielen Bereichen: Pflege oder „Green Jobs“ sind nur zwei davon.

Und da verhindern zeitlich befristete Offensiven ein kontinuierliches, an langfristigen Trends orientiertes und für den/die Einzelne/n planbares Angebot.

Wenn wir überzeugt sind, dass eine ständige Transformation neue berufliche Skills erfordert und wenn die Antwort auf den Fachkräftemangel nicht nur leeres Gejammere sein soll, dann braucht es ein klares Bekenntnis, dass berufliche Weiterbildung Zeit und Ressourcen benötigt - und dass die Allgemeinheit und damit der Standort Österreich gut bedient wären, diese Zukunftsinvestition zu tragen.

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Wir brauchen konjunkturUNabhängige Angebote! Unsere Gesellschaft muss realistische Möglichkeiten für den/die Einzelne/n anbieten, sowohl Schulungen als auch den Lebensunterhalt in der dafür nötigen Zeit zu finanzieren – und so auch vorausschauend Skills zu erwerben, also nicht erst dann, wenn in einer Konjunkturdelle wieder viele kurzarbeiten, in Bildungskarenz oder arbeitslos sind. Die Instrumente (Bildungskarenz, Fachkräftestipendium, öffentlich finanzierte Kurse) dazu gibt es, sie müssten nur klug kombiniert und vor allem langfristiger gesichert werden.

Schaffen wir Kontinuität und damit qualitätsvolle Strutkuren. Die Politik muss das Arbeitsmarktservice in die Lage versetzen, bei Qualifizierungsoffensiven längerfristig – und nicht nur für 24 Monate - planen zu können. Dazu braucht es einen klaren politischen Willen, einen deutlichen Auftrag und Budgets, die nicht kurzfristig und konjunkturabhängig skaliert werden.

Das wäre eine moderne, präventive Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik, die den Standort zukunftsfit hält und das gepriesene lebenslange Lernen vom Schlagwort zur gelebten Praxis macht. Wäre doch eine gescheite Konsequenz aus der Corona-Krise.

 

 


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